Backgammon Auswürfeln: Regeln, Strategie und häufige Fehler (2026)

Alles über das Auswürfeln beim Backgammon — Regeln, optimale Strategie, Steinverteilung, Pip-Count-Schwellenwerte und häufige Endspiel-Fehler.

Das Auswürfeln ist die letzte Phase des Backgammon-Spiels — der Sprint zur Ziellinie. Obwohl es einfach erscheint, entscheidet die Qualität des Auswürfelns häufig über Sieg oder Niederlage. Viele knappe Partien werden genau in dieser Phase gewonnen oder verloren. Diese Anleitung erklärt die Regeln und die wichtigsten Strategieprinzipien.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Auswürfeln beginnt erst, wenn alle 15 Steine im Heimfeld (Punkte 1–6) stehen
  • Gibt es keinen Stein auf dem gewürfelten Punkt, muss von einem höheren Punkt gespielt werden
  • Gleichmäßige Steinverteilung über alle sechs Punkte minimiert Verschwendung
  • Ein getroffener Stein beim Auswürfeln muss zurück ins Heimfeld — das kostet viele Züge
  • Der Pip-Count entscheidet, wer das Rennen gewinnt — zählen Sie regelmäßig

Was ist das Auswürfeln?

Auswürfeln bedeutet, Steine vollständig vom Spielbrett zu entfernen. Das ist das Endziel: Der erste Spieler, der alle 15 Steine ausgewürfelt hat, gewinnt.

Wann darf man auswürfeln?

Erst wenn alle 15 eigenen Steine im Heimfeld (Punkte 1–6) stehen, darf man mit dem Auswürfeln beginnen. Kein einziger Stein darf außerhalb dieses Bereichs stehen — nicht im Außenfeld, nicht im Heimfeld des Gegners und nicht auf der Bar.

Die Phase, in der man Steine ins Heimfeld bringt, nennt man Einfahren (Bearing In).

Die Auswürfelregeln

Grundprinzip

  1. Würfeln Sie beide Würfel
  2. Entfernen Sie einen Stein vom Punkt, der dem Würfelwert entspricht (z. B. Würfel zeigt 4 → Stein vom 4er-Punkt entfernen)
  3. Zeigt der Würfel eine Zahl, auf der kein Stein steht:
    • Spielen Sie einen Stein von einem höheren Punkt (als normaler Zug im Heimfeld)
    • Gibt es keinen höheren besetzten Punkt, würfeln Sie vom höchsten besetzten Punkt aus
  4. Bei Pasch haben Sie vier Züge des gewürfelten Werts

Beispiele

SituationWürfelRegelkonforme Aktion
Stein auf 5er-Punkt5Stein vom 5er-Punkt auswürfeln
Kein Stein auf 6er6, Steine auf 4er und 3erStein vom 4er-Punkt verschieben oder vom 4er auswürfeln
Höchster Punkt ist 3er6Stein vom 3er-Punkt auswürfeln

Muss man auswürfeln?

Nein — solange man einen anderen gültigen Zug machen kann. Zum Beispiel kann man statt auszuwürfeln einen Stein innerhalb des Heimfelds verschieben. In der Praxis ist Auswürfeln aber fast immer die schnellste Option.

Auswürfel-Strategie

Gleichmäßige Verteilung

Das wichtigste Strategieprinzip beim Auswürfeln: Steine gleichmäßig auf alle sechs Heimfeldpunkte verteilen (idealerweise 2–3 Steine pro Punkt). Diese Verteilung minimiert Verschwendung — den Verlust von Würfelwerten, die über den höchsten besetzten Punkt hinausgehen.

Schlechte Verteilung: 8 Steine auf Punkt 1, 7 Steine auf Punkt 2
→ Würfelwerte von 3 bis 6 werden verschwendet

Gute Verteilung: Je 2–3 Steine auf Punkte 1 bis 5
→ Fast jede Würfelkombination entfernt Steine effizient

Lücken vermeiden

Lücken (leere Punkte) im Heimfeld erhöhen die Verschwendung beim Auswürfeln. Wenn beim Einfahren die Wahl besteht, verteilen Sie Steine so, dass alle sechs Punkte belegt sind.

Gammon retten

Wenn Sie das Spiel verlieren und noch keinen Stein ausgewürfelt haben, droht ein Gammon (doppelter Verlust). In diesem Fall priorisieren Sie, so schnell wie möglich den ersten Stein zu entfernen — auch wenn das einen suboptimalen Zug bedeutet. Sobald ein Stein ausgewürfelt wurde, ist das Gammon gerettet.

Häufige Fehler beim Auswürfeln

Fehler 1: Steine stapeln statt verteilen

Viele Anfänger schieben eingehende Steine auf niedrige Punkte (1er, 2er), weil diese “sicher” sind. Das erzeugt eine ineffiziente Verteilung und verschwendet viele Würfelwerte.

Lösung: Verteilen Sie Steine beim Einfahren gleichmäßig auf alle sechs Punkte.

Fehler 2: Den Pip-Count ignorieren

Ohne Pip-Count-Kontrolle wissen Sie nicht, ob Sie im Rennen vorne oder hinten liegen — und können den Verdoppelungswürfel nicht korrekt einsetzen.

Lösung: Zählen Sie Pips regelmäßig, besonders bei Verdoppelungsentscheidungen. Mehr dazu in unserem Pip-Count-Leitfaden.

Fehler 3: Blots beim Auswürfeln hinterlassen

Wenn noch Kontakt mit dem Gegner besteht, kann ein einzelner Stein beim Auswürfeln getroffen werden. Das ist extrem kostspielig — der Stein muss zurück ins Heimfeld.

Lösung: Wenn noch Kontakt möglich ist, spielen Sie sicherer und vermeiden Sie Blots.

Fehler 4: Zu spät verdoppeln

Viele Spieler vergessen den Verdoppelungswürfel während des Auswürfelns. Ein klarer Pip-Count-Vorsprung rechtfertigt eine Verdoppelung.

Lösung: Bieten Sie die Verdoppelung an, wenn Sie etwa 10 % oder mehr Pip-Count-Vorsprung haben.

Das Einfahren: Die Vorphase

Bevor man auswürfeln kann, müssen alle Steine ins Heimfeld gebracht werden (Einfahren). Die Qualität des Einfahrens — insbesondere die Verteilung der Steine — bestimmt direkt die Effizienz des Auswürfelns.

Weitere Informationen zum Einfahren finden Sie in unserem Strategie-Leitfaden.

Zusammenfassung

Effizientes Auswürfeln folgt wenigen klaren Prinzipien:

  • Gleichmäßig verteilen — Alle sechs Punkte besetzen für maximale Würfeleffizienz
  • Lücken füllen — Leere Punkte erhöhen die Verschwendung
  • Gammon retten — Wenn Sie verlieren, priorisieren Sie den ersten Stein
  • Pip-Count kennen — Nur mit Pip-Count können Sie den Verdoppelungswürfel korrekt einsetzen
  • Blots vermeiden — Einzelne Steine beim Auswürfeln sind ein Risiko